
Cover ansehen ↗HERZWERK · ROCK AUS WÜRZBURG
Niemand
Wenn der Lärm verstummt, bleibt der eigene Blick. Ein direktes Gegenüber für alles, was man vor sich selbst versteckt.
- Album
- SEISHIN
- Laufzeit
- 4:52
- Im Album
- Track 6 von 9
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SONG, COVER & ALBUM
Die Wahrheit trägt dein Gesicht.
„Niemand“ spricht sein Gegenüber unmittelbar an. Der Text kennt das Aufschieben, die leisen Ausreden und den Moment, in dem man vor einer offenen Tür wieder vorbeigeht. Der Spiegel macht diese Begegnung unausweichlich: Jede innere Ausflucht trägt das eigene Gesicht.
Im Refrain liegt die Verantwortung für diesen persönlichen Kampf beim angesprochenen Du. Gleichzeitig bleibt ein Feuer im Herzen, selbst wenn der Glaube an sich erschöpft ist. Härte und Verletzlichkeit stehen im Song dicht nebeneinander.
Später wird aus dem eigenen Zweifel das Bild eines Kerkers mit getarnten Wächtern. Dahinter wartet die Möglichkeit, ein Stück zu sich zurückzufinden. Der sechste Track von „SEISHIN“ führt die Selbstbegegnung so vom schonungslosen Hinsehen zum erneuten Aufstehen.
Mehr über „SEISHIN“ ↗DIE WORTE HINTER DER MUSIK
NiemandDie Lyrics.
Niemand. Keiner sieht’s. Keiner trägt’s. Nur du.
Du kennst den Blick, wenn du dich selbst belügst, wenn du sagst: „Morgen reicht.“ Du kennst den Grund, den keiner hört, wenn dein Wille leise weicht.
Du kennst die Tür, die offen steht, doch du gehst wieder vorbei. Du kennst den Schmerz, der nicht verschwindet, nur weil du kurz verzeihst.
Kein Trainer, kein Freund, kein Licht, das dich aus dem Schatten zieht. Nur dein Atem in der Stille, wenn der alte Kampf geschieht.
Und jede Ausrede trägt dein Gesicht, jede Lüge klingt wie du. Du kannst vor allem draußen fliehen, doch vor dir selbst findest du nie Ruh.
Wenn keiner mehr da ist, wenn der Lärm verstummt, bleibt nur die Wahrheit tief in deiner Brust.
Niemand kennt dich besser als du, niemand sieht, was du versteckst. Niemand hört die leisen Lügen, wenn dein Kopf dich wieder deckt.
Niemand kämpft den Kampf für dich, niemand nimmt dir diesen Schmerz. Doch wenn keiner mehr an dich glaubt, schlägt noch Feuer in dein Herz.
Der Spiegel zeigt dir keinen Feind, er zeigt dir nur, was übrig bleibt. Alles, was du nicht besiegst, kommt zurück, wenn es dich treibt.
Du weißt genau, wann du dich drückst, wann du fällst und liegen bleibst. Du weißt genau, wann du nur redest und wann du wirklich weiter schreit’st.
Kein Applaus im kalten Raum, keine Hand, die dich erhebt. Nur der Druck in deinen Rippen, der dich fragt, ob du noch lebst.
Und wenn dein Körper wieder brennt, wenn dein Kopf nach Ausweg sucht, steht da tief in deinem Schatten noch ein Teil, der weiter ruft.
Wenn alles in dir müde ist, wenn jeder Grund zerbricht, steht die Wahrheit vor dir auf und sie trägt dein Gesicht.
Niemand kennt dich besser als du, niemand sieht, was du versteckst. Niemand hört die leisen Lügen, wenn dein Kopf dich wieder deckt.
Niemand kämpft den Kampf für dich, niemand nimmt dir diesen Schmerz. Doch wenn keiner mehr an dich glaubt, schlägt noch Feuer in dein Herz.
Niemand kommt! Niemand bleibt! Niemand trägt, was dich zerreißt!
Sieh hin! Steh auf! Reiß die Ausreden aus dir raus!
Du bist der Feind! Du bist der Sinn! Du bist dein Ende und dein Beginn!
Kein Weg zurück! Kein falscher Trost! Du wirst erst frei, wenn du dich selbst loslässt!
Vielleicht warst du zu lang dein eigener Kerker. Vielleicht war jeder Zweifel nur ein schlecht getarnter Wächter.
Doch hinter all dem Lärm, hinter Druck und kaltem Blick, wartet nicht dein Untergang, sondern dein nächstes Stück zurück.
Niemand kennt dich besser als du, niemand sieht, was du versteckst. Niemand hört die leisen Lügen, wenn dein Kopf dich wieder deckt.
Niemand kämpft den Kampf für dich, niemand nimmt dir diesen Schmerz. Doch wenn keiner mehr an dich glaubt, schlägt noch Feuer in dein Herz.
Niemand kennt dich besser als du, jede Narbe schreibt: „Du lebst.“ Und wenn du heute nicht mehr fliehst, spürst du, wie sich alles hebt.
Niemand rettet dich von außen, niemand nimmt dir diesen Krieg. Doch du bist mehr als deine Schatten, wenn dein Herz noch weiterzieht.
Niemand. Nur du. Sieh hin. Steh auf.









